Raus aus dem Büro und „chly soue“

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Er sorgt dafür, dass die Festivalbesucher nicht auf dem Trockenen sitzen: Didier Steiner (38) ist Chef des Zentrallagers und versorgt die Bars am Gurtenfestival mit Getränken.

Die Stimmung ist entspannt. Gemeinsam sitzen die Mitarbeiter des Zentrallagers unweit des Ostsignals auf dem Berner Hausberg am Tisch und plaudern. Mit dabei: Labradorhündin Yuma. Es ist Mittagszeit im Zentrallager. Die Crew kennt sich seit Jahren. „Es ist jedes Mal schön, die Leute wiederzusehen. Wir sind seit Jahren fast das gleiche Team“, sagt Didier Steiner, der das Zentrallager leitet. Von hier aus werden während den Showdays die Bars auf dem Gelände mit Getränken versorgt. Dafür stehen im 50 mal 20 Meter grossen Zelt unzählige Palette mit Wasser, Bier, Mineral und Energydrinks aber auch mit den Gurtenfestival-Mehrwegbecher bereit. Während den Showdays stehen 45 von Steiners Leuten im Einsatz, um die Bars im Dreischichtbetrieb mit Nachschub zu versorgen.

Damit für das Festival alles bereit ist, müssen die Waren bereits zwei Monate im Voraus bestellt werden. „Die Getränke werden mit Lastwagen zu uns ins Zentrallager geliefert. Von hier aus verteilen wir die Ware mit dem Traktor oder den Kühlwagen auf dem Gelände.“ An der Wand hängt ein Plan, wo die Mitarbeiter im Zentrallager was finden. Doch woher weiss Steiner, wie viel Ware im Vorfeld bestellt werden muss? „Das sind Erfahrungswerte aus den Vorjahren.“ Und wenn doch mal was ausgeht? „Dann bekommen wir innert drei Stunden Nachschub.“ Was die Festivalbesucher trinken, hängt schliesslich stark vom Wetter ab. „Wenn es kalt ist, muss ich schon mal Grappa oder Pflümli nachbestellen, wenn es heiss ist, steigt vor allem der Wasserkonsum.“

Steiner ist gelernter Hochbauzeichner und war danach in der IT-Branche tätig. Als seine Abteilung in der Firma aufgelöst wurde, hat er sich zusammen mit zwei Kollegen selbständig gemacht und die Propeller Bar in der Berner Aarbergergasse eröffnet. „Wir haben klein angefangen, mit der Zeit kam die Erfahrung.“ Vor 16 Jahren hat er dann das erste Mal auf dem Gurten mitgearbeitet. Heute gehört die Leitung des Zentrallagers während des Gurtenfestivals fest zu Steiners Programm im Juli. „In meinem Alltag bin ich viel im Büro. Draussen zu sein, Traktor und Stapler zu fahren ist eine willkommene Abwechslung“, so Steiner. „Chly soue für zwei Wochen im Jahr“, darauf freue er sich jeweils besonders. Dafür nimmt er auch in Kauf, dass er in so mancher Festivalnacht nicht mehr als vier Stunden Schlaf bekommt. „Aber ich bin ja da um zu Arbeiten. Die Erholung kommt dann am Wochenende nach dem Festival.“

Vom Festival selbst bekomme er im Zentrallager nicht allzu viel mit. Ein bis zwei Konzerte sehe er jeweils. Und heuer? „Rudimental werde ich mir am Sonntag auf jeden Fall anschauen.“

Interview: Nora Camenisch

Bild: Sandra Blaser

 

 

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